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1000 StĂŒhle Steifensand Sitwell BĂŒrostĂŒhle mit einzigartig ergonomischer 3D-ERGO SITWELL BĂŒrostuhl Sitztechnik.

Lebendige Ergonomie ⭐ SITWELL G. STEIFENSAND befreit aus dem DIN- und Einheits-Sitzzwang

In unserer vorangegangenen Ausgabe konnten Sie NĂ€heres ĂŒber die Initiative Living Ergonomics erfahren. Um ein neues VerstĂ€ndnis von Ergonomie bemĂŒhen sich noch weitere Experten und Hersteller.

Das BĂŒro im GesprĂ€ch mit Gernot-M. Steifensand, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Sitwell Gernot Steifensand AG, und Prof. Mag. Dieter Messner, Ergonomie-Experte und Aufsichtsrat dieses Unternehmens.

Wir haben den DIN- bzw. Einheitssitz in gut hundert Jahren „zu Tode geritten“ und dabei unsere Gesundheit gefĂ€hrdet. Wir mĂŒssen uns jetzt etwas ganz Neues einfallen lassen!“

Das BĂŒro: Herr Steifensand, Sie stellen Sitzmöbel her und behaupten zugleich, dass Sitzen krank macht. Das mĂŒssen Sie erklĂ€ren.

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Gernot-M. Steifensand: Was Sie sagen, ist richtig. Allerdings stelle ich keineswegs das Sitzen in Frage, sondern nur das ausschließliche Sitzen nach DIN bzw. auf EinheitsstĂŒhlen. Denn dieses fĂŒhrt zu Bewegungsmangel und Zwangshaltungen, die feinmotorische Störungen und chronische Erkrankungen nach sich ziehen können.

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In Bezug auf die neuesten Ergebnisse der medizinischen Sitzforschung halte ich eine Reform unserer Sitzgewohnheiten fĂŒr unausweichlich. Wir Sitzmöbelhersteller tragen hier eine große Verantwortung. Wir haben den DIN- bzw. Einheitssitz in gut hundert Jahren „zu Tode geritten“ und dabei unsere Gesundheit gefĂ€hrdet. Wir mĂŒssen uns jetzt etwas ganz Neues einfallen lassen!

Das BĂŒro: In welche Richtung denken Sie?

Gernot-M. Steifensand: ZunÀchst einmal ist AufklÀrung gefragt: Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten wissen, dass es heute drei gesund erhaltende Sitz-Alternativen gibt:

1) Sitzen nach Maß (konfektioniertes Sitzen von XS bis XL)

2) Sitzen nach Geschlecht (Mann und Frau)

3) High und Low Sitzen (WHS bzw. Tief- und Hochsitzen).

Vor diesem Hintergrund sehe ich das WHS-Konzept von Herrn Prof. Mag. Messner als eine große Chance fĂŒr die ganze Branche. Das ist die Haltungsrevolution, hinter der ich auch persönlich stehe (nicht sitze)!


Das BĂŒro: Herr Messner, was verstehen Sie denn unter „WHS“?

Dieter Messner: WHS steht fĂŒr „Wechselhaltung in Stehhöhe“. Ganz neu ist dieses Konzept nicht. Im MĂ€nnerbĂŒro des 19. Jahrhunderts, dem Kontor, wurde z. B. fast ausschließlich in Stehhöhe an Pulten gearbeitet. Dazu gab es auch hohe Hocker zum Hochsitzen und sogar Fußschemel. Französisch ‚le bureau’ ist ursprĂŒnglich das Stehpult – als VerlĂ€ngerung der Werkbank war es Teil der MĂ€nnerwelt.
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Von 163 Muskeln werden im Sitzen
100 nicht aktiviert!“

Die WHS ist nicht auf das Sitzen fixiert, sondern betrachtet Letzteres als eine von mehreren guten Haltungsmöglichkeiten bei der Arbeit. Sie propagiert den hÀufigen Wechsel der Haltungen. Wenn ich dazu Lust habe, kann ich sitzen. Ich muss es aber nicht. Ich kann auch stehen, stehsitzen oder halbsitzen und immer wieder wechseln.

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Das BĂŒro: Kann man bei diesem stĂ€ndigen Wechsel noch produktiv, also z. B. kontinuierlich, arbeiten?

Dieter Messner: Aber ja! Österreich macht es vor: In den Infozentren aller österreichischen FinanzĂ€mter wird z. B. seit 2007 in der Wechselhaltung gearbeitet. Man entschied sich hier auch aus EffizienzgrĂŒnden dafĂŒr.

Das BĂŒro: Warum ist die WHS dann so wenig verbreitet?

Dieter Messner: Weil wir die Bequemlichkeit lieben und von Kindesbeinen auf diese Haltung geprĂ€gt worden sind. Es ist höchste Zeit, dass sich die MĂ€nner von dieser „Frauenhaltung“ emanzipieren und dass sich auch die weiblichen BĂŒrotĂ€tigen vom Sitzzwang emanzipieren!

Das BĂŒro: Warum „Frauenhaltung“?

Die neue lebendige SITWELL Ergonomie ⭐ Befreiung aus dem Sitzzwang

Dieter Messner: Nun, die Damen marschierten ja erst im Gefolge der Schreibmaschine ins BĂŒro ein. Weibliche SchreibkrĂ€fte hatten sich bei Tests als fingerfertiger erwiesen als die mĂ€nnlichen.

Mit den neuen SchreibgerĂ€ten eroberten Frauen ArbeitsplĂ€tze in der sozial gehobenen mĂ€nnlichen BĂŒrowelt. Es wĂ€re damals (um 1880) ein Verstoß gegen den Schicklichkeitscodex gewesen, die Damen im BĂŒro stehend arbeiten zu lassen. Sie wurden also in wohlanstĂ€ndiger sitzender Haltung vor ihre SchreibgerĂ€te an niedrige Tische gesetzt.

Die neuen BĂŒroarbeitsplĂ€tze waren ein großer Fortschritt in Richtung Emanzipation der Frauen, allerdings mit ĂŒblen Folgen fĂŒr die mĂ€nnlichen BĂŒroarbeiter. Sie mussten nach dem Vorbild der Damen bald auch im dreifach geknickten Sitz an niedrigen Schreibtischen arbeiten.

Das BĂŒro: ZurĂŒck zur Wechselhaltung. Was sind die wesentlichen Vorteile?

Dieter Messner: Im Gegensatz zum Dauersitzen beugt die WHS RĂŒckenschmerzen und BandscheibenvorfĂ€llen vor. Und das ist noch nicht alles: Auch Fettleibigkeit, Diabetes 2, Bluthochdruck, erhöhtes Sterblichkeitsrisiko, Hodenkrebs, verminderte mĂ€nnliche Fruchtbarkeit u. v. m. werden vermieden. Psychische Folgen wie Apathie und Depressionen sind ebenfalls in Zusammenhang mit langen Sitzzeiten zu sehen.

Das BĂŒro: Ist das bewiesen?

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Dieter Messner: NatĂŒrlich. Unter anderem belegen die Sitzforschungen von Elin Ekblom-Bak, David Dunstan, Peter Katzmarzyk, Alpa V. Patel und Osmo HĂ€nninen den engen Zusammenhang der genannten Symptome und Syndrome mit langen Sitzzeiten. Ihren Ergebnissen zufolge sind die nachhaltigen gesundheitlichen SchĂ€den aufgrund langer Sitzzeiten auch durch Ausgleichssport nicht mehr zu kompensieren.


Gernot-M. Steifensand: Dauersitzen macht krank! Unser Auftrag im Namen der Gesundheit ist es, Sitzlösungen zu entwickeln und zu produzieren, die dem Stand der Technik entsprechen. Es dient keinem, wenn wir als Hersteller die „Sitz-Relikte“ aus dem letzten Jahrhundert nur neu designen.

Dieter Messner: Das Sitzen an sich ist nicht zu verdammen – zur Erholung, zur Abwechslung und fĂŒr nicht zu lange Zeit ist es kein Problem. Jede Haltung ist prima, aber eben nur fĂŒr kurze Zeit, sonst wird sie zur Plage. Man muss sich bewusst machen: Von 163 Muskeln werden im Sitzen 100 nicht aktiviert! „Embedded office workers“ jedoch sind zum Dauersitzen gezwungen, das ist der Beginn der Tragödie. Vier Stunden am Tag auf EinheitsstĂŒhlen zu sitzen mĂŒsste fĂŒr einen Sitzberuf reichen, aber auch diese Sitzzeit sollte möglichst oft durch andere Haltungen unterbrochen werden.

Das BĂŒro: Durch welche etwa?

Dieter Messner: Zum Beispiel durch LĂŒmmel-, Wipp-, GrĂ€tsch- und Spagatsitz. Hierbei unterstĂŒtzen Hochsitze optimal, die das Stehen, Halbsitzen und Stehsitzen ermöglichen.

Das BĂŒro: Halbsitzen, Stehsitzen – das funktioniert doch mit einem herkömmlichen Stuhl gar nicht.

Dieter Messner: Richtig. Nur wenn wir die Arbeitsstation z. B. mit dem SITWELL Stehtisch und dem SITWELL Hochsitz auf Stehhöhe bringen, kann abwechselnd im Stehen, im Sitzen, im Stehsitz, im Halbsitz usw. gearbeitet werden. Der SITWELL Hochsitz ist die optimale Drehscheibe fĂŒr verschiedenste Haltungen. Der niedrige Stuhl hingegen ist eine Bewegungsfessel.

Das BĂŒro: Herr Steifensand, gehören EinheitsstĂŒhle nun also ins Museum?

Gernot-M. Steifensand: Ja, EinheitsstĂŒhle gehören wirklich ins Museum. Gefragt sind dagegen Sitzlösungen nach Maß, um die LeistungstrĂ€ger der Gesellschaft fit und gesund zu halten.

Wer weiterhin auf StandardstĂŒhlen sitzen bleiben möchte, erhĂ€lt selbstverstĂ€ndlich unsere 100 % Hand Made in Germany Markenprodukte wie gewohnt vom FachhĂ€ndler und Fabrik-Partner vor Ort zum besten Preis. Wer aber mit der heutigen Situation unzufrieden ist und unter dem vielen Sitzen leidet, dem werden wir die gesĂŒndere neue Lösung anbieten: die WHS.

Das BĂŒro: Vielen Dank.

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